
Helsinki (Reuters) - Der kriselnde Handyhersteller Nokia greift erneut zum Rotstift und streicht weitere 4000 Arbeitsplätze.
Betroffen ist die Handy-Fertigung in Finnland, Ungarn und Mexiko, wie der größte Hersteller von Mobiltelefonen am Mittwoch mitteilte. Um die Kosten weiter zu senken soll die Smartphone-Fertigung nach Asien abwandern. Seit Ende September 2010 summiert sich der Stellenabbau bei den Finnen damit auf mehr als 30.000 Jobs. Damals hatte Stephen Elop die Führung des einst unangefochtenen Weltmarktführers übernommen, der nun vor allem durch die Smartphone-Konkurrenz von Apple und Co unter Druck gerät.
Nokia teilte mit, in Ungarn fielen 2300 Stellen weg, etwa 1000 in Finnland und weitere 700 in Mexiko. An allen Standorten sollen aber weiter Modelle für bestimmte Betreiber gefertigt werden. Die meisten Rivalen haben ihre Fertigung bereits ins kostengünstigere Asien verlagert. Damit trimmt Elop den Konzern weiter auf Kostensenkungen und hofft, die Firma im harten Wettbewerb wieder besser aufstellen zu können. Erst vor wenigen Monaten hatte Nokia mitgeteilt, das Werk in Rumänien zu schließen. Dort fallen 2000 Arbeitsplätze weg.
Im traditionellen Handygeschäft hat Nokia den rechtzeitigen Schwenk auf die beliebten Smartphones verschlafen. Im abgelaufenen Quartal brach der Gewinn um mehr als 70 Prozent ein. Auch das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) läuft schlecht. Dort sollen 17.000 Jobs wegfallen. Experten zeigten sich wenig überrascht von dem harten Durchgreifen. "Das war unvermeidbar. Es war eher eine Überraschung, dass die Entscheidung so spät gefallen ist", sagte Steve Brazier von der Technologieforschungsfirma Canalys.
Die Börse freute sich über die Nachrichten: Nokia-Aktien legten um gut ein Prozent zu.